Von unserem Aufenthalt an dem
kleinen See im westlichen Connecticut fuhren wir durch New Haven, Sitz der Yale
Universitaet - der aeltesten Uni Neuenglands -, deren Gebaeude im altenglischen
Stil erbaut wie trutzige Ritterburgen aussehen. Im oestlichen Landesteil
besuchten wir die Reservate der Mohegan - und der Mashantuckett Pequot -
Indianer, die beide riesige supermoderne Casinos betreiben, auf deren
Parkplaetzen man mit dem Womo uebernachten kann.
Die Pequot besitzen ausserdem ein wunderbares Museum, das das traditionelle wie auch gegenwaertige Leben ihres Stammes erlaeutert. Ein sehr spannender und bewegender Film schildert, wie hier wieder einmal ein Indianerstamm von den Weissen fast voellig ausgerottet wurde.
Die Pequot besitzen ausserdem ein wunderbares Museum, das das traditionelle wie auch gegenwaertige Leben ihres Stammes erlaeutert. Ein sehr spannender und bewegender Film schildert, wie hier wieder einmal ein Indianerstamm von den Weissen fast voellig ausgerottet wurde.
„Plimoth Plantation“ ist ein Nachbau der ersten englischen Siedlung etwas ausserhalb der Stadt. Die kleinen Holzgebaeude, ueberwiegend 1Raumhaeuser, sind mit echtem Mobiliar ausgestattet und besitzen alle einen kleinen Garten.
Der Boden besteht aus festgestampftem Lehm, gekocht wird auf offenen Feuerstellen. Originalkostuemierte Darsteller „leben“ im Jahr 1627. Wir konnten Maenner bei der Balkenbearbeitung und beim Dachdecken beobachten und Frauen beim Naehen, bei der Gartenarbeit oder beim Beaufsichtigen des Federviehs. Einige hielten auch einfach nur ein Schwaetzchen.
Wir konnten mit vielen „Einwohnern“ sprechen und sie erzaehlten uns, woher sie stammten und wie lange sie schon in der neuen Heimat lebten . „Since sixteen three and twenty“! Sie sprachen ein altmodisches Englisch und waren daher, obwohl nicht immer leicht zu verstehen, sehr authentisch.
Nicht weit entfernt, in Boston,
konnten wir schliesslich einen weiteren Meilenstein der Geschichte des
amerikanischen Kontinents nachvollziehen. Durch das Zentrum der Stadt, in dem
historische Gebaeude neben modernen Wolkenkratzern einen durchaus harmonischen
und spannenden Eindruck hinterlassen, zieht sich der durch einen roten Strich
auf dem Pflaster markierte „Freedom Trail“.
Er fuehrt vorbei an Orten, die den Beginn und wesentliche Ereignisse des Unabhaengigkeitskrieges der amerikanischen Kolonisten gegen das englische Mutterland bezeichnen. Wir liefen vorbei am State Capitol mit seiner goldenen Kuppel und an Kirchen, in denen sich die Aufstaendischen versammelten, um sich gegen den immer staerker werdenden Druck und die Bevormundung Englands zu erheben. Wir sahen das Haus von Paul Revere, einem Helden des Unabhaengigkeitskampfes, der mitten in der Nacht durch feindliches Gebiet ritt, um die amerikanischen Truppen vor einem englischen Angriff zu warnen und die Old North Church, in deren Turm 2 Lampen entzuendet wurden als Zeichen fuer Paul Revere loszureiten.
Im Hafen schliesslich liegt das Tea Party Schiff, von dem erboste Bostoner als Indianer verkleidet Teekisten ins Meer warfen, um so gegen die von England massiv erhoehten Einfuhrsteuern auf Tee zu protestieren.
Er fuehrt vorbei an Orten, die den Beginn und wesentliche Ereignisse des Unabhaengigkeitskrieges der amerikanischen Kolonisten gegen das englische Mutterland bezeichnen. Wir liefen vorbei am State Capitol mit seiner goldenen Kuppel und an Kirchen, in denen sich die Aufstaendischen versammelten, um sich gegen den immer staerker werdenden Druck und die Bevormundung Englands zu erheben. Wir sahen das Haus von Paul Revere, einem Helden des Unabhaengigkeitskampfes, der mitten in der Nacht durch feindliches Gebiet ritt, um die amerikanischen Truppen vor einem englischen Angriff zu warnen und die Old North Church, in deren Turm 2 Lampen entzuendet wurden als Zeichen fuer Paul Revere loszureiten.
Im Hafen schliesslich liegt das Tea Party Schiff, von dem erboste Bostoner als Indianer verkleidet Teekisten ins Meer warfen, um so gegen die von England massiv erhoehten Einfuhrsteuern auf Tee zu protestieren.
Im noerdlich an Massachusetts angrenzenden laendlich beschaulichen New Hampshire war es wieder einmal die wunderschoene Landschaft, die uns erfreute. In den White Mountains, einem ausgedehnten Waldgebiet, konnten wir herrliche Wanderungen zu Wasserfaellen und einer engen Felsenschlucht machen, durch die ein schaeumender Fluss zu Tale stuerzt und zu hochgelegenen Aussichtspunkten, die einen weiten Blick ueber das umliegende Bergland bieten.
Sogenannte „Covered Bridges“ sind charakteristisch fuer die Gegend, die Ueberdachung sollte angeblich die Lebensdauer der hoelzernen Bruecken erhoehen.
In den White Mountains befindet sich mit dem Mount Washington die hoechste Erhebung Neuenglands, ein fuer seine hohen Windgeschwindigkeiten und tiefen Temperaturen beruechtigter Berg, zu dessen Fuessen ein 1902 errichtetes Luxushotel davon Zeugnis ablegt, dass diese Gegend bereits vor ueber 100 Jahren ein geschaetztes Urlaubsziel war.
In Canterbury, nahe am Lake Winnipesaukee gibt es ein noch weitgehend erhaltenes Dorf der Shaker, einer Untergruppe der Quaker, die ihren Namen der Tatsache verdanken, dass sie ihren Gottesdienst durch tanzende Bewegungenen gestalten. Die Shaker lebten zoelibataer in abgeschlossenen, eigenstaendigen Gemeinden, praktizierten Pazifismus und die Gleichberechtigung der Geschlechter, wohnten in Gemeinschaftshaeusern und erledigten alle anfallenden Arbeiten gemeinsam nach einem festgelegten Wochenplan. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie durch Landwirtschaft und den Verkauf von Kraeutern, medizinischen Produkten und handwerklichen Erzeugnissen. Sie lebten nach der Devise „ die Haende zum Arbeiten und die Herzen fuer Gott“ und legten grossen Wert auf effiziente und sorgfaeltige Arbeit. Daher waren ihre Produkte wegen ihrer hohen Qualitaet damals wie auch heute noch sehr begehrt. In die ovalen, aus wunderschoen gemaserten Hoelzern handgefertigten Dosen habe ich mich auf Anhieb verliebt. Die Kombination von Effizienz und Aesthetik in Architektur, Moebelbau und Kunsthandwerk waren wegweisend. Anders als die Amish waren die Shaker technischem Fortschritt gegenueber sehr aufgeschlossen und erfanden u. a. eine Waschmaschine, eine Strickmaschine und die Kreissaege –letztere uebrigens von einer Frau. Die letzten hier lebenden Shaker Schwestern wandelten das Dorf 1964 in eine Art Freilichtmuseum und Nationales Historisches Wahrzeichen um, so dass es nun besichtigt werden kann.
Langsam hielt der Herbst Einzug
mit morgendlichem Nebel, kuehlen Naechten, doch tagsueber oft mit klarem,
strahlend blauen Himmel und den ersten Anzeichen der Laubfaerbung des Indian
Summer. Die Stimmung entsprach genau der des „Septembermorgen“s von Eduard
Moerike. Zuegig durchquerten wir Maine nach Norden in Richtung Kanada und
verliessen nach gut 3 Monaten Fahrt durch den Sueden und Osten die USA. Nach den grossartigen Naturerlebnissen, die
wir im letzten Jahr im Westen hatten, kam hier die historische Komponente
zusaetzlich zum Tragen. Intensiv und hautnah konnten wir wichtige Perioden und
Ereignisse der amerikanischen Geschichte kennenlernen und nachempfinden und so
ein sehr viel besseres Verstaendnis erwerben als es reines Nachlesen
ermoeglicht haette.
In Kanada wollten wir noch den
Teil der Atlantikprovinzen besuchen, den wir auf dem Hinweg im letzten Jahr
noch nicht gesehen hatten. Im kanadischen Bundesstaat Quebec mussten wir uns
erst wieder an das „komische“ Franzoesisch gewoehnen und an die hoeheren
Preise, die besonders bei Milchprodukten, Obst und Gemuese ins Gewicht fallen. An
der Stadt Quebec vorbei folgten wir dem St. Lorenz Strom meerwaerts zur
Halbinsel Gaspe (Den franzoesischen Akzent auf dem e habe ich leider nicht auf
der amerikanischen Tastatur). Hier merkten wir zum ersten Mal ganz deutlich,
wie gross der Einfluss des Wetters auf
das Erleben der Landschaft ist. Am ersten Tag fuhren wir bei Regen und
dunklen Wolken und bedauerten sehr, dass wir von der eigentlich reizvollen
Landschaft wenig sahen. Danach hatten wir tagelang strahlenden Septemberhimmel
und die Sonne liess die Farben leuchten. Wir genossen die Landschaft mit ihren
kleinen Strassendoerfern, die alle nahezu ineinander uebergehen, den
pastellfarbenen Haeusern, kleinen Leuchttuermen und geschuetzten Buchten.
An der Grenze zur Provinz New Brunswick suchten wir ein sogenanntes Welcome Centre auf und versorgten uns mit viel Informationsmaterial. Dieses System der Informationszentren an den Grenzen der einzelnen Bundesstaaten bzw. Provinzen in den USA und Kanada ist fuer Reisende sehr hilfreich. Es gibt kostenlos Karten und Broschueren, Verzeichnisse von Unterkuenften, Restaurants und Einkaufsmoeglichkeiten, Stadtplaene sind ebenso erhaeltlich wie Infos zu National und State Parks. Das Personal gibt bereitwillig Auskunft zu Sehenwuerdigkeiten und zu individuellen Fragen, es gibt oft sogar wifi. Solche touristenfreundlichen Einrichtungen vermissen wir in Deutschland und Europa schmerzlich.
Wir befuhren die Kueste New
Brunswicks in oestlicher Richtung und gelangten in das Gebiet der Akadier, die
hier und in Nova Scotia leben. Diese im 18. Jhdt aus Frankreich eingewanderte
Gruppe hat sich bis heute einen Teil ihres franzoesischen Erbes und ihrer
eigenstaendigen Kultur bewahrt. Sie sprechen franzoesisch, haben eigene Schulen
und sogar eine eigene Flagge, die franzoesische Trikolore mit einem gelben
Stern im blauen Feld, der Maria, die Schutzpatronin der Akadier, symbolisiert.
Ihre Haeuser kann man an ebendieser Flagge oder am fuenfzackigen akadischen
Stern an der Hausfront erkennen. Bei Caraquet besuchten wir ein historisches
Dorf der Akadier, auch in Kanada wird „Living History“ praktiziert.
Da wir noch Zeit genug hatten,
ueberquerten wir kurzentschlossen die 13 km(!) lange Confederation Bridge, die
das Festland mit Prince Edward Island verbindet.
Bei Traumwetter erwartete uns eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: ordentliche Kartoffel- und Maisfelder, Weiden mit grasenden gefleckten Kuehen, Schafen und Pferden, bunte verstreut liegende Spielzeughaeuschen und kleine Haefen mit Fischerbooten.
Leuchttuerme und Windraeder und ueberall die leuchtend orangefarbenen Kuerbisse vervollstaendigten das Bild der laendlichen Idylle.
Auf diesem beschaulichen Fleckchen Erde spielt die Geschichte von „Ann of Green Gables“ , ein Kinderbuchklassiker vom Anfang des 20. Jhdts., von dem ich bisher noch nichts gehoert hatte, der aber weltweit sehr populaer sein soll. In dem kleinen Ort Cavendish steht immer noch das Haus mit den gruenen Giebeln, das als Vorlage fuer das Buch gedient hatte, und ist nach der Beschreibung der Autorin Lucy Maud Montgomery eingerichtet. Scharenweise bzw. busweise stroemen die Touristen hierher, selbst jetzt in der Nachsaison sind noch erstaunlich viele Ann-Fans hier.
Bei Traumwetter erwartete uns eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: ordentliche Kartoffel- und Maisfelder, Weiden mit grasenden gefleckten Kuehen, Schafen und Pferden, bunte verstreut liegende Spielzeughaeuschen und kleine Haefen mit Fischerbooten.
Leuchttuerme und Windraeder und ueberall die leuchtend orangefarbenen Kuerbisse vervollstaendigten das Bild der laendlichen Idylle.
Auf diesem beschaulichen Fleckchen Erde spielt die Geschichte von „Ann of Green Gables“ , ein Kinderbuchklassiker vom Anfang des 20. Jhdts., von dem ich bisher noch nichts gehoert hatte, der aber weltweit sehr populaer sein soll. In dem kleinen Ort Cavendish steht immer noch das Haus mit den gruenen Giebeln, das als Vorlage fuer das Buch gedient hatte, und ist nach der Beschreibung der Autorin Lucy Maud Montgomery eingerichtet. Scharenweise bzw. busweise stroemen die Touristen hierher, selbst jetzt in der Nachsaison sind noch erstaunlich viele Ann-Fans hier.
Auch kulinarisch hat Prince
Edward Island einiges zu bieten. Fuer frische Austern und Hummer ist die Insel
bekannt, erstere moegen wir nicht und letztere sind so umstaendlich zu essen,
aber an Fish and Chips, Seafoodchowder und gegrilltem Lachs taten wir uns
guetlich.
Zurueck auf dem Festland wurde
uns in aeusserst unangenehmer Weise bewusst gemacht, dass es dort offensichtlich
langanhaltend geregnet hatte. Auf der
Zufahrt zu einem Campingplatz wollte Werner den grossen Pfuetzen auf dem Weg
ausweichen und geriet dadurch auf den Rasen, der jedoch –was wir nicht erkennen
konnten - weich wie ein vollgesogener Schwamm war. Die Raeder versanken im
aufgeweichten Untergrund und jeder Versuch, dort wieder heraus zu kommen, liess
das Wohnmobil immer mehr zur rechten Seite kippen. Erst als wir aus dem Auto
herausgeklettert waren und die Bescherung von aussen sahen, blieb mir fast das
Herz stehen. Das Womo lag so schraeg auf der Seite, dass es aussah, als wuerde
es jeden Moment umkippen. Ein Abschleppwagen musste gerufen werden, der uns aus
dem Schlamassel wieder rauszog und dafuer 75 CAD kassierte. Wenn man es mal
positiv sehen will, muss man sagen, es war wenigstens trocken und leidlich
warm, waehrend wir auf den Abschleppdienst warteten.
Einen abschliessenden
landschaftlichen Hoehepunkt hatten wir uns von Cape Breton Island, dem
Nordzipfel Nova Scotias, versprochen. Der Cabot Trail dort soll eine der
schoensten Panoramastrecken der Welt sein. Das ist zwar ein etwas
anspruchvoller Titel, aber die Strecke ist doch recht reizvoll. Noch reizvoller
waere sie sicher bei vollem Sonnenschein gewesen, wir waren schon dankbar, dass
es zwar bedeckt aber weitgehend trocken blieb.
Im Cape Breton Highlands National Park wanderten wir ueber den Skyline Trail zu spektakulaeren Ausblicken uebers Meer und die gewundene Strasse. Und endlich sahen wir auch Elche!! Eine Elchkuh und ihr Junges liefen nur wenige Meter vor uns ueber den Weg; dass die Tiere soo gross sind, hatte ich nicht vermutet. Das Jungtier war so gross wie ein Pferd, die Mutter noch um einiges groesser.
Kurz darauf sahen wir beim Weiterfahren am Strassenrand einen Elchbullen, der aber sofort wieder im Wald verschwand, als Werner bremste. So konnte ich leider kein Foto von ihm schiessen.
Im Cape Breton Highlands National Park wanderten wir ueber den Skyline Trail zu spektakulaeren Ausblicken uebers Meer und die gewundene Strasse. Und endlich sahen wir auch Elche!! Eine Elchkuh und ihr Junges liefen nur wenige Meter vor uns ueber den Weg; dass die Tiere soo gross sind, hatte ich nicht vermutet. Das Jungtier war so gross wie ein Pferd, die Mutter noch um einiges groesser.
Kurz darauf sahen wir beim Weiterfahren am Strassenrand einen Elchbullen, der aber sofort wieder im Wald verschwand, als Werner bremste. So konnte ich leider kein Foto von ihm schiessen.
Im Ostteil der Insel liegt
Louisbourg. Dort hatten im 18. Jhdt. die Franzosen eine befestigte Hafenstadt
errichtet, um die Zufahrt zum St. Lorenz Strom und damit ins Innere Kanadas zu
kontrollieren. Im englisch-franzoesischen Krieg wurde die Befestigung zweimal
von den Englaendern erobert und beim zweiten Mal voellig geschleift. Nach
archaeologischen Befunden und schriftlichen Aufzeichnungen der Zeit wurde ein
Teil der Stadt und der Befestigungsanlage rekonstruiert und kann jetzt als
„Living History“ besichtigt werden.
Da bereits Nachsaison war und entsprechend wenig Touristen den Ort besuchten, hatten wir nicht nur Gelegenheit, uns das Innere der Haeuser in aller Ruhe anzusehen, sondern auch uns ausfuehrlich mit vielen der „Bewohner“ zu unterhalten. Im Haus des Ingenieurs erzaehlte uns ein Akadier nicht nur viel Historisches , sondern berichtete auch ueber die heutige Situation der Akadier. Die Koechin im gleichen Haus, eine sehr alte Dame mit kleidsamem Haeubchen, fuehrte lebhaft ihre Kuechengeraete und ihre gerade kochenden Speisen vor, ein floetespielender franzoesischer Seemann berichtete von seinen Lebensumstaenden, der Schiffskapitaen tratschte mit einem Moench und erzaehlte uns von den Schwierigkeiten, den Hafen bei schlechtem Wind zu verlassen. Von einem Schweizer Soeldner erfuhren wir, dass die Franzosen Schweizer angeworben hatten, die beim Aufbau der Befestigung helfen und im Kriegsfall gegen die Englaender kaempfen sollten. Ein einfacher franzoesischer Soldat berichtete mit trockenem Humor, dass er wie viele andere, mit dem Versprechen von reichlich Sold, gutem Essen und schoenen Frauen nach Uebersee gelockt worden sei. In der Realitaet war der Sold gerade ausreichend fuer das Notwendigste; koennte er seine Schulden beim Hauptmann nach Ablauf der Verpflichtungsfrist von 6 Jahren nicht zurueckzahlen, wuerde er sogleich fuer 6 weitere Jahre zwangsverpflichtet. Die Hauptverpflegung bestand aus einem Laib Schwarzbrot und die Anzahl der Frauen vor Ort war so gering, dass auf 5 Maenner nur eine Frau kam, gelegentlich war das Verhaeltnis sogar 10 zu 1. Der Gouverneur der Festung lebte dagegen, wen wundert’s, fuerstlich und bequem.
Da bereits Nachsaison war und entsprechend wenig Touristen den Ort besuchten, hatten wir nicht nur Gelegenheit, uns das Innere der Haeuser in aller Ruhe anzusehen, sondern auch uns ausfuehrlich mit vielen der „Bewohner“ zu unterhalten. Im Haus des Ingenieurs erzaehlte uns ein Akadier nicht nur viel Historisches , sondern berichtete auch ueber die heutige Situation der Akadier. Die Koechin im gleichen Haus, eine sehr alte Dame mit kleidsamem Haeubchen, fuehrte lebhaft ihre Kuechengeraete und ihre gerade kochenden Speisen vor, ein floetespielender franzoesischer Seemann berichtete von seinen Lebensumstaenden, der Schiffskapitaen tratschte mit einem Moench und erzaehlte uns von den Schwierigkeiten, den Hafen bei schlechtem Wind zu verlassen. Von einem Schweizer Soeldner erfuhren wir, dass die Franzosen Schweizer angeworben hatten, die beim Aufbau der Befestigung helfen und im Kriegsfall gegen die Englaender kaempfen sollten. Ein einfacher franzoesischer Soldat berichtete mit trockenem Humor, dass er wie viele andere, mit dem Versprechen von reichlich Sold, gutem Essen und schoenen Frauen nach Uebersee gelockt worden sei. In der Realitaet war der Sold gerade ausreichend fuer das Notwendigste; koennte er seine Schulden beim Hauptmann nach Ablauf der Verpflichtungsfrist von 6 Jahren nicht zurueckzahlen, wuerde er sogleich fuer 6 weitere Jahre zwangsverpflichtet. Die Hauptverpflegung bestand aus einem Laib Schwarzbrot und die Anzahl der Frauen vor Ort war so gering, dass auf 5 Maenner nur eine Frau kam, gelegentlich war das Verhaeltnis sogar 10 zu 1. Der Gouverneur der Festung lebte dagegen, wen wundert’s, fuerstlich und bequem.
Ueber eine schoene Strecke am
Bras d’Or Lake entlang erreichten wir wieder das Festland. Der Indian Summer
hat zwar seinen Hoehepunkt noch nicht erreicht, doch sind die Waelder schon
recht bunt und lassen erahnen, wie es in 2 Wochen hier aussehen wird.
An der Ostkueste Nova Scotias gings dann nach Lunenburg, wo wir bereits im letzten Jahr im Mariner King, dem Restaurant des aus Horstmar stammenden Konrad Haumering, unsere Reise mit einem koestlichen Menu begonnen hatten. Auch den Abschluss unserer Tour wollten wir hier feiern. Konrad Haumering erkannte uns auf Anhieb wieder und hat sich sichtlich gefreut, uns wiederzusehen, und das Essen war ebenso koestlich wie damals.
An der Ostkueste Nova Scotias gings dann nach Lunenburg, wo wir bereits im letzten Jahr im Mariner King, dem Restaurant des aus Horstmar stammenden Konrad Haumering, unsere Reise mit einem koestlichen Menu begonnen hatten. Auch den Abschluss unserer Tour wollten wir hier feiern. Konrad Haumering erkannte uns auf Anhieb wieder und hat sich sichtlich gefreut, uns wiederzusehen, und das Essen war ebenso koestlich wie damals.
Auf der Fahrt zu unserem jetzigen
Standort passierten wir den kleinen Ort Mahone Bay, in dem gerade das
„Crowscare Festival“ stattfindet. Die Einwohner hatten ihre Haeuser und
Vorgaerten mit fantasievoll herausgeputzten Vogelscheuchen dekoriert, sehr
lohnende Fotomotive.
Nun bereiten wir das Womo
und uns in der Naehe von Halifax auf die Heimreise vor und hoffen auf einen sonnigen Oktober....
damit uns zu Hause die anfallende Gartenarbeit leichter faellt.